"Manche Erwachsene kommen mir wie Freunde vor, Leute, zu denen ich Vertrauen haben und die ich um Rat fragen kann. Andere sind distanzierter, sie bleiben in ihrer abgeschlossenen Welt, zu der wir Jugendlichen keinen Zugang haben - für sie wünsche ich mir, dass sie sich in diese Richtung entwickeln, und vor allem möchte ich, dass die Erwachsenen aufhören, ständig über die Krise der Jugend zu sprechen und sich dabei ganz großartig vorkommen, als hätten sie das nicht genauso erlebt."

"O je, Erwachsene! Als erwachsen gilt, wer alt genug ist. Wir haben alle unser Etikett: Baby, Kind, Erwachsene, alte Leute oder von mir aus Senioren. Und in diesem ganzen Saustall sind die Erwachsenen am beliebtesten; ein Erwachsener ist ein denkender, gereifter, hartgesottener Mensch, der sich gewählt ausdrückt und realistische Ansichten hat. Wenn ein Jugendlicher diesen Kriterien entspricht, dann sagt man von ihm: >Er ist schon ganz schön erwachsen für sein Alter< Würg..."

"Nein echt, ich versteh nicht, warum Eltern immer rumkommandieren und nie versuchen, uns zu verstehen: Ich würde gern mal was anderes zu hören kriegen als den ganzen Tag nur Befehle. Das ist echt hart, wenn man immer nur herumkommandiert wird, als wäre man ein Roboter. Ich finde es schwer, mit Leuten zusammenzuleben, die auf jeden Fall immer recht haben, egal, was ich sage oder tue."

"Ich glaube, im Leben hat man nur wenige Freunde. Ich habe ganz wenige (zwei), aber wir haben stabile und dauerhafte Beziehungen; sie sind immer bereit, mir zuzuhören und mich zu trösten. Nur Freunden kann man sich anvertrauen, sie sind unverzichtbare Vertraute im Leben."

"Die ganze Zeit wird von der Jugend gesprochen, Jugend hier, Jugend da, aber von allen Seiten werden wir im Stich gelassen. Eines steht fest: Vollkommen ist die Gesellschaft nicht, und ich frage mich, ob sie es jemals sein wird. Aber auf jeden Fall ist sie Jugendfeindlich."

"Meine Eltern haben Angst um meine Zukunft. Wahrscheinlich fragen sie sich, ob ich es schaffe, mein Boot selbst zu steuern und meinen Platz im Leben zu finden, das beunruhigt sie. Sie haben Angst, dass das nicht ohne Pannen abgeht. Sie fragen sich, ob ich alle Hürden schaffe. Na ja, das Abitur und der ganze Zirkus ist nicht gerade witzig."

"Meine Eltern sind toll. Klar es gibt Höhen und Tiefen, aber so ist das Leben. Mein Vater hat alles mit eigenen Händen aufgebaut. Früher war er Versicherungskaufmann, dann hat er von einem Tag auf den anderen seinen Beruf aufgegeben und sich ein altes verfallenes Haus gekauft. Das hat er nach und nach wieder in Schuss gebracht. Manchmal ist er streng zu mir, aber das ist gut so. Wenn ich Zeit habe, helfe ich ihm bei der Arbeit. Sein einziger Fehler ist, dass er jähzornig ist..."

"Die Träume der Erwachsenen sind erstickt. Ihre Träume werden nicht weniger, sondern mehr, aber das Feuer ist erloschen, sie verwirklichen sie nicht oder nicht mehr. Ihre Sprache macht mir Angst, denn sie sprechen zu oft mit dem Kopf, anstatt mit dem Herzen. Und wenn sie ihren Gefühlen dann einmal Luft machen, finden sie oft nicht den richtigen Ton. Und wir Jugendlichen, wir ahmen das nach und sind wütend, dass wir nichts ändern können auf diesem Planeten, der immer mehr verkommt..."

"Sich trauen, das heißt vor allem, dass man zu den Erwachsenen normale und einfache Beziehungen hat. Das heißt, dass man sich traut, den Eltern zu sagen, was man denkt, dass man nicht lügt und ihnen auch mal erzählt, wenn man eine Dummheit gemacht hat, dass man keine Angst vor Repressalien hat, bloß weil man sich und die möglichen Reaktionen der anderen nicht kennt. Es ist so einfach, sich etwas zu trauen! Den Mut haben, ohne Aggressionen, ohne Lügen mit den Lehrern zu sprechen..."

"Wir Jugendlichen, alles, was wir machen können, ist, "hinter uns selbst herlaufen". Das ist nicht von mir, das ist aus einem Lied. Aber ich finde, das trifft's genau."

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