Die neue Welt leben - Sex ohne Kondom

Die neue Welt leben

Sex ohne Kondom

 

Meine Freundin habe ich 11 Mal getroffen - dann ist sie bei mir eingezogen. Damals war ich 27 Jahre alt und sie war das größte Glück, das ich (damals) in meinem Leben finden konnte.

 

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Wir schlafen ohne Kondom miteinander. Haben Sex. Es ist aufregend. Haben nur bei unserem ersten Mal ein Kondom benützt. Ich ejakuliere meistens in ihr. Wie wir beide das genießen.

 

Wir sitzen in der Küche. Plötzlich sagt sie mir, dass sie nicht verhütet. Ich kann nichts darauf sagen: Bin überrascht und schweige. Bin davon ausgegangen, dass meine Freundin die Pille nimmt. Ich fragte sie ja bei unserem zweiten Mal: „Brauchen wir ein Kondom?”. Sie sagte „Nein“. Sie erklärt mir, dass sie spürt, wann sie Schwanger werden kann.

 

In Zukunft haben wir zu diesem Zeitpunkt mit Kondom Sex - oder ich ejakulierte nicht in ihr.

 

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Das ist neu für mich: Sex ohne Kondom. Mit so viel Vertrauen. In meine Freundin - in ihre Beziehung zu ihrem Körper. Ihre Beziehung als Frau mit sich selbst. Fühlend. Wissend. Lebend. In einer Gesellschaft, die mit ihren Assoziationen (und im Sexualkundeunterricht) Sex so oft nur mit Kinderkriegen und Geschlechtskrankheiten verbindet.

 

Was ist das, was ich da erlebe?

 

Neu. Anders.

 

Gelebt von der Frau, die ich liebe. Mit einer solchen Selbstverständlichkeit, dass ich das für mich annehme. Sex ohne Kondom habe. Und dabei fühlend - als ihr Liebhaber, Vertrauter, Begleiter - Lebendigkeit spüre.

 

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Meine Freundin wurde in der Zeit, wo wir zusammen waren nie Schwanger. Zwei Frauen, mit denen ich ohne Kondom schlief (nach der Beziehung mit meiner Freundin), wurden das. Nicht von mir, sondern von anderen, mit denen sie dasselbe Selbstverständnis leben wollten, das ich von meiner Freundin kennengelernt hatte.

 

 

 

 

 

Die neue Welt leben

Ein Nachwort

 

Das Entdecken einer anderen Wirklichkeit - einer neuen Welt - ist Magnet, Licht, Genuss und woge der Unmittelbarkeit. Die Welt (er)leben wir dabei anders, als wir sie von unseren Eltern, der Gesellschaft kennen (gelernt haben). Wollen ausprobieren, probieren. Blinde - neue - Flecken in unserer Wirklichkeit entdecken. Sind Abenteurer*Innen.

 

 

 

 

Der blinde Fleck in unserer Wirklichkeit,

das für uns Unbekannte,

wird zu dieser Welt.

Ist diese neue Welt.

In dem das Leben Ausdruck findet.

 

 

 

So weit möglich leben und verbleiben wir in der Welt, die wir kennen - sind ihr jedoch auch entwachsen. Und wollen authentisch uns selbst und das Leben entdecken. Wollen nicht bevormundet werden. Wollen selbst vom Apfel, vom Kuchen - Sex - kosten. Brüste, Penis, Vulva, Vagina, Sperma, Blut. Lachen, Stöhnen, Erregung. Liebe, rote Wangen, Schenkel. Nacktheit. Organsmen.

 

Mit Meditation lerne ich zu fühlen und eine "innere Führung" als Richtung, Orientierung in mir zu entdecken. Zu vertrauen. Entsprechend zu handeln.

 

Ich lerne intuitiv. Treffe Entscheidungen auf Basis meiner Intuition. Werde empathischer. Kann fühlen, was andere fühlen. Das Neue, Wahre, Schöne und Gute bekommt immer mehr Daseinsberechtigung als das was ich aus meiner Vergangenheit kenne. Oft und immer bin ich dem Unbekannten ausgesetzt. Wie ich das liebe!

 

 

 

 

Zurückbleibend, die vielen alten Welten.

Sie flüstern oder schreien.

Emotionen ihr Antrieb.

Moral, Hysterie, kranke Verführung, emotionale Unreife.

Ihnen entsagen wir und treten die Reise in das Unbekannte - in eine neue Welt - an.

 

 

 

 

 

 

 

Aus dem Buch

Newborn - Mein Sprung ins Leben

von Markus Messerschmidt

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