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Die Übung der Seele

Die Übung der Seele

Latihan

 

Ich bewege mich intuitiv durch den Raum, fühle mich und spüre die anderen.

 

Ich praktiziere Latihan.

 

Latihan ist eine Meditationsmethode. Sie hat ihren Ursprung in Indonesien - und bedeutet übersetzt "Die Übung der Seele". Wo die Praktizierenden ihre Seele kennenlernen, indem sie den spontanen inneren Impulsen des Körpers einen Ausdruck geben. Mit Bewegungen, Töne, Worte, Stille etc.

 

Von diesen Impulsen werden die Praktizierenden in der Meditation (allmählich und durch Übung) innerlich geführt. Bis sich die Seele kontinuierlich über den Körper, den Geist und die Sprache ausdrückt. Wie von selbst.

 

Wir bewegen uns alle, machen Geräusche und erfassen ein Dasein, dessen Schleier sich durch das (uns) Ausdruck geben lichtet. Darin besteht die Übung. All das ist das Schöne an Latihan.

 

Wir haben das Gefühl, da sein zu dürfen. Ein Raum der bedingungslosen Liebe. Für unsere Bewegungen. Geräusche. Für uns. Für mich. Was sich dann abspielt ist wunderschön - intuitiv.

 

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Ich fühle mich und spüre die anderen. Meine Hände wollen sich bewegen. Meine Füße tragen mich nach links. Eine Drehung. Gedanken in meinem Kopf: „Warum drehe ich mich jetzt?” Ich sage mir: „Alles Okay - mach einfach.” In diesem Moment lässt sich eine Teilnehmerin einfach zurückfallen. Ich stehe da, wo ich stehe. Weil mich meine Füße, meine Drehung - mein Latihan - dort hingeführt hat. Ich öffne meine Augen und sehe sie fallen. Meine Arme öffnen sich - ich spüre kein Erschrecken in mir. Alles ganz normal. Ich habe sie aufgefangen. Sie hatte nicht darauf geachtet, ob jemand hinter ihr steht.

 

Ich nehme sie in die Arme, verbleibe kurz und spüre wieder den Impuls weiterzugehen. Das mache ich auch. Bewegung. Ich gehe durch den Raum, lasse meine Arme herumwirbeln und fange zum Tönen an. Geräusche. Neues wird präsent.

 

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Latihan. Das Leben. In bedingungsloser Form. Mit Liebe für den eigenen Ausdruck - den Bewegungen, den Geräuschen, den Impulsen, dem fühlbar Wahrnehmbaren. Unserer Seele. Vertrauen in das Leben. Und den dabei erlebbar gemachten „Zufälle”. Carl Gustav Jung nennt diese Zufälle "Synchronizität".

 

 

 

Gelebt in Zeit und Raum.

Meditation.

 

In den Phänomenen unserer Welt.

Fernab des blindlings Gelerntem,

Übernommenem,

Konditioniertem.

 

Und inmitten des

Echten

Lebens.

 

 

 

Aus dem Buch

Newborn - Mein Sprung ins Leben

von Markus Messerschmidt

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