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Annehmen - Der "Raum der bedingungslosen Liebe"


Dem "Anderen" einen Daseinsraum eröffnen

  1. Im Anderen bzw. Unbekannten kann der Mensch dem begegnen, was er noch nicht weiß oder sprachlich ausdrücken kann.
  2. In der Begegnung mit dem Anderen bzw. Unbekannten ergibt sich für den Menschen dann auch die Möglichkeit, sich fernab von dem wiederzufinden, was ihm bekannt ist und (immer wieder) mehr zu werden, als er ist.

In der Anwendung unserer Meditationsmethoden begegnen wir dem Unbekannten - dem Anderen. Dabei haben wir die Absicht dem körperlich, geistig und sprachlich Anderen und Unbekannten einen Daseinsraum zu eröffnen.

 

Liebe in der Wahrnehmung

Dass wir dies mit Liebe tun, gibt uns die Möglichkeit, das Andere und Unbekannte als (neuen) Teil von uns betrachten zu können (Messerschmidt 2017).

 

Die Biologen H. Maturana und F. Varela (2012, S. 266) haben hierfür ein sehr gutes Gleichnis, aus dem sie ihre Definition von Liebe ableiten:

 

 

„Die Biologie zeigt uns auch, dass wir unseren kognitiven Bereich ausweiten können. Dazu kommt es z.B. durch eine neue Erfahrung, die durch vernünftiges Denken hervorgerufen wird, durch die Begegnung mit einem Fremden als einem Gleichen oder, noch unmittelbarer, durch das Erleben einer biologischen interpersonellen Kongruenz, die uns den anderen sehen lässt und dazu führt, dass wir für sie oder für ihn einen Daseinsraum öffnen. Diesen Akt nennt man Liebe oder, wenn wir einen weniger starken Ausdruck bevorzugen, das Annehmen einer anderen Person neben uns selbst im täglichen Leben.“

 

 

Der "Raum der bedingungslosen Liebe" führt zu Veränderung

In unserer Meditationspraxis zeigt sich, dass wir (das Andere und Unbekannte) in unserer Wahrnehmung prinzipiell (in Form von)

  • Gedanken,
  • Bilder bzw. Vorstellungen,
  • Körperempfindungen,
  • sowie Emotionen und Gefühlen

begegnen können. Ihnen kann ein Daseinsraum in Liebe eröffnet werden. Dieser "Raum der bedingungslosen Liebe" für das was ist (und wahrgenommen wird) beschreibt den Moment des Annehmens und ist Ausgangspunkt für Veränderung:

 

Wird das Andere und Unbekannte angenommen, werden sie als Teil von einem selbst betrachtet, und der Mensch kann sich geistig und sprachlich neu zu diesen wiederfinden und verstehen.

 


Literatur:

 

Maturana, H. R. & Varela, F. J. (2012). Der Baum der Erkenntnis: Die biologischen Wurzeln menschlichen Erkennens. (5. Aufl.) Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch.

 

Messerschmidt, M. (2017). Mit Liebe Lernen: Eine nachhaltige und kybernetische Auseinandersetzung mit dem Leben. Norderstedt: BoD.

 

 

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