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Kybernetik


Kybernetik

Die Absicht der Kybernetiker ist es, eine Form des Denkens sichtbar zu machen, die den Mensch dazu befähigt besser in (s)einer (Um)welt zu "steuern".  Kybernetiker wirken seit den 40ern als Impulsgeber und Anwender in der Gesellschaft:

  • Sie machen bemerkenswerte theoretische Vorschläge zur Betrachtung der Wirklichkeit (des menschlichen Körpers, der Kommunikation und der Sprache, der psychologischen Beschaffenheit des menschlichen Geistes etc.)
  • und leiten daraus zahlreiche innovative und nachhaltige Anwendungsformen (künstliche Intelligenz-Technologien, Therapieformen, Denk- und Kommunikationsstrategien etc.) ab.

Die Kunst des Beobachtens

Kybernetiker finden sich durch ihre Weise zu denken, in der Beobachtung  ihres Denkens wieder - sie reflektieren - und verändern darüber ihre Form des Denkens: Sie machen sich selbst auf Formen ihres Denkens aufmerksam und finden darin wiederkehrende Muster bzw. Algorithmen. Mit Geduld strukturieren sie dann ihre Form des Denkens neu. Die für sie nachhaltig wirkenden Muster werden Ausgangspunkt für neues Denken, Beobachten und Tun (Lernen) -  nicht nachhaltige Muster werden verlernt.

 

Dabei wird es ihnen möglich, immerwährend komplexere Phänomene gedanklich zu fassen und zu vermitteln. Markus Messerschmidt beschreibt in seinem Buch "Mit Liebe Lernen: Eine kybernetische und nachhaltige Auseinandersetzung mit dem Leben" die Möglichkeiten eines solchen Denkens und Lernens.

 

Die Anwendungen der Kybernetiker - in der Realität und den einzelnen Wissenschaftsdisziplinen - entsprechen einer Gedankenwelt, die durch ihr Komplexitätsvermögen Zusammenhänge erkennen bzw. beobachten kann, wo es andere Gedankenwelten nicht können: Der Kybernetiker wird so zu einem "Erfinder", der sich in seinem Selbstverstehen in der Welt anwendet - sich verändert und dadurch die Welt verändert.

 

Der Tanz mit der Welt

Kybernetisch zu denken - ein kybernetisches Leben zu gestalten, gleicht dabei einem "Tanz mit der Welt", so Heinz von Foerster (in dem folgenden Video): Das Video gibt einen sehr guten und persönlichen Eindruck in die Disziplin der Kybernetik, ihre Entstehungsgeschichte und ihre Anwendungsbereiche:

 

"Der Kybernetiker erscheint als Mensch, der sich in der Begegnung mit der Welt verwirklicht und erkennt" - Literatur:

 

Im Folgenden finden Sie weitere Literatur, die diese Einsicht vermitteln und das kybernetische Denken eindrucksvoll darstellen.

Maturana, H. R. & Varela, F. J. (2012). Der Baum der Erkenntnis: Die biologischen Wurzeln menschlichen Erkennens. (5. Aufl.) Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch.

 

von Foerster, H. (2003). Understanding Understanding: Essays on Cybernetics and Cognition. New York: Springer.

 

von Foerster, H. & Bröcker, M. (2014). Teil der Welt. Fraktale einer Ethik – oder: Heinz von Foersters Tanz mit der Welt. (3. Aufl.) Heidelberg: Carl-Auer.

 

 

 

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