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Veränderungen im Körper nachhaltig gestalten


Veränderungen im Körper nachhaltig gestalten

In unserer Arbeit üben wir uns im Wahrnehmen und Annehmen unserer Emotionen und (angenehmen, wie auch unangenehmen) Körperempfindungen. Gelingt uns das, können wir auch unserer Intuition einen Platz geben: Wir nehmen die Welt intuitiv wahr und gestalten unser Denken und Handeln mit Hilfe dieser liebevoller und umsichtiger.

 

Mit der Intuition können wir unbewusst Muster miteinander verbinden, wie es dem rationalen Geist und der Sprache nicht möglich ist (vgl. Laloux 2015, S. 47). Das bedeutet vor allem auch eine geistige Übung: Denn wir sind mit der Herausforderung konfrontiert, dass die Lösungen der Intuition oftmals im Widerspruch

  • zu dem (aus den gemachten Erfahrungen abgeleiteten emotional-)rationalen Denken
  • und dem sozialen (organisierten und sprachlichen) Miteinander

stehen.

 

An diesem Punkt angelangt, gibt es zwei Möglichkeiten:

 

1)

Wir nehmen den Widerspruch an und bleiben fühlend mit dem Körper präsent. Dabei entwickeln wir uns mit der Intuition und dem rationalen Denken nachhaltig weiter: Wir erlauben uns, uns solange in neuen Denk- und Sprachmustern wiederzufinden, bis sich dieser Prozess im Körper "rund" anfühlt. Gelingt das, wird die Veränderung mit dem Körper sehr liebevoll und nachhaltig gestaltet werden.

 

2)

Auch kann der Widerspruch und die dabei erfahrbare Unvollkommenheit von uns selbst und der Welt Emotionen, Unverständnis (Gedanken) und so auch Gefühle auslösen. In diesem Fall ist es uns nicht gelungen den Widerspruch bzw. die Unvollständigkeit anzunehmen.

 

Sich dem bewusst, eröffnet sich jedoch auch die Möglichkeit, das eigene Unverständnis üder den Widerspruch, unangenehme Emotionen und Empfindungen im Körper, sowie die dadurch erzeugten Gefühle anzunehmen. Gelingt dies, befinden wir uns (wieder) in den Prozessen von Möglichkeit 1.

 

Die Entscheidung, anzunehmen, wird in der nachhaltigen Auseinandersetzung mit uns selbst zu einer der bedeutsamsten Übungen, um Veränderungen gestalten zu können: Sie ist eine geistige Übung, die zu nachhaltiger geistiger Entwicklung führt - und wiederum positive Auswirkungen auf den Körper, sowie die Sprache hat.

 

Der Körper als Bezugssystem für unser Bewusstsein

Dabei ist von Bedeutung, dass durch den Prozess, wie er in der Möglichkeit 1 beschrieben ist,

  • der Körper zum Bezugssystem für unser Bewusstsein wird
  • und sich unser Geist und unsere Sprache (das Denken, Fühlen und Verhalten bzw. Sprechen), den Körper als "Maßstab" nehmen (vgl. Damásio 1997, S. 15).

Die Aufgabe, die wir uns in unserer Schule bzw. in unserer Meditation stellen ist, dieses Bezugssystem kennenzulernen, nachhaltig zu gestalten und zu nutzen.

 

Übung

Durch Übung lernen wir jene Veränderungen im Körper nachhaltig zu gestalten:

Vor allem durch unsere Werkzeuge bzw. Formen der Meditation gelingt uns das immer besser. Es ist wie Fahrradfahren, man bekommt den Dreh immer mehr raus.

 


Literatur:

Damásio, A. (2011). Selbst ist der Mensch: Körper, Geist und die Entstehung des menschlichen Bewusstseins. München: Siedler.

Laloux, F. (2015). Reinventing Organizations: Ein Leitfaden zur Gestaltung sinnstiftender Formen der Zusammenarbeit. München: Vahlen.

 

 

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